Die Geschichte des Heiligen
Von Homer bis zur Postmoderne

Öffentlicher Vortrag mit Thomas Steininger

Mittwoch, 5. Dezember 18.30 Uhr, Integrales Zentrum, Wien 

Welche Dimension des Heiligen braucht eine offene Gesellschaft?

Das „Heilige“ ist kein leichtes Wort. Es ist wie ein veraltetes Wort aus einer anderen Zeit, das zu unserer modernen, kritischen und offenen Gesellschaft im Widerspruch steht. Obwohl das Heilige uns über lange Zeit begleitet hat. Es hat sich in den letzten 200.000 Jahren immer wieder radikal verändert, angefangen von Totem- und Tabu Riten, von den Geistern der Natur bis zu den griechischen Göttern des Homer, vom großen einen Gott über das unbekannte Mysterium bis vielleicht zu den heiligen Idealen der bürgerlichen Aufklärung. In den letzten 200 Jahren fing es langsam an zu verblassen. Das „Heilige“ ist auch ein kraftvolles Wort. Von den „heiligen Kriegen“ der Europäer mit den Kreuzzügen und dem Dreißigjährigen Krieg bis zu den „heiligen Kriegern“ der Islamisten und des Machtmissbrauchs in autoritären religiösen Zusammenhängen heute zeigt sich durchaus, wie „das Heilige“ eine unheilvolle Macht entfalten kann. 

Wo stehen wir also mit diesem Wort, dessen innere Kraft sich nicht immer nur zum Guten entfaltet hat in einer offenen Gesellschaft? Dass eine Kultur der Begegnung gelingt – sei das nun in einer kleinen Gruppe, in einer Gesellschaft oder zwischen den Kulturen der Welt – verlangt ein Vertrauen in etwas im Leben, das nicht fassbar und auch nicht berechenbar ist. So gesehen braucht gerade die offene Gesellschaft ihr eigenes Mysterium, ihre Dimension des Heiligen. Erst dann beginnen wir zu sehen, was sie ihrem Potenzial nach ist.   

Kosten: 35 €

Adresse: Integrales Zentrum Wien, Czerningasse 7/2/3, 1020 Wien, Österreich